19.09.2013, Bozen

Fachkongress Klimamobility 2013

 

Kongress Klimamobility

Die internationale Fachmesse Klimamobility lud 2013 wieder zahlreiche Experten zu einem interdisziplinären Dialog rund um Energie und Mobilität. Auch das Schaufenster Elektromobilität Bayern-Sachsen war über die Projektleitstelle vor Ort.

Vom 19. bis zum 21.September 2013 fanden in Bozen die internationalen Fachmessen Klimamobility und Klimaenergy statt. Zahlreiche Aussteller präsentrierten hierbei ihre Produkte und Kompetenzen rund um klimafreundliche Energie und Mobilität, von der dezentralen Kraft-Wärme-Koppungsanlage bis zum serienreifen Brennstofzellen-Bus. In dieser fachlichen Vielfalt war auch das Thema Elektromobilität synergetisch eingebunden.

Dass Elektromobilität weit mehr ist, als nur das Batterie gespeiste Fahren mit Elektromotoren, war auch der Grundthenor des Kongresses zum Messeauftakt, an der das Schaufenster Bayern-Sachsen ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET (vertreten durch Dr. Guido Weißmann, Projektleitstelle Bayern Innovativ GmbH) teilnahm. "Batterien und Brennstoffzellen stehen nicht im Wettbewerb zueinander. Je nach Anforderung sind beide Speicherkonzepte sinnvolle Ausprägungen der Elektromobilität.", so Luciano Gaudio (EU-Verantwortlicher für Brennstoffzellenprojekte von FCH JU). Tendenziell wurden dabei Brennstoffzellen in Bussen, Batterien hingegen eher in der Kurzstrecken-Individualmobilität gesehen. Pietro Menga (Italienische Kommission für Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge und Brennstoffzellen) plädierte leidenschaftlich für die Verbreitung des Batterie-Elektrofahrzeuges. Als Mobilitätskonzept der Zukunft biete Elektromobilität massive ökologische und ökonomische Mehrwerte. Beispielsweise importiere Italien täglich Erdöl im Wet von 1 Million €, Volkswirtschaftlich ein durchaus nennenswerter Betrag. Allerdings gebe es auch einen "Verlierer bei der Elektromobilität". Damit adressierte Pietro Menga explizit die Steuerbehörde, die vermutlich Alternativen für sinkende Mineralöl-Steuereinnahmen finden müsse. Andere kritische Anmerkungen aus dem Publikum zur Sicherheit oder Mensch- und Umweltverträglichkeit des Elektrofahrzeuges konnte er fundierten widerlegen.

Dass das Auto eigentlich nur ein Werkzeug zur Erfüllung von Mobilitätsbedürfnissen ist, war ein Grundgedanke von Frau Lisa Braun (Karlsruher Institut für Technologie - KIT), die in Vertretung für Prof. Gernot Spiegelberg (Siemens AG) Mobilitäts-Visionen von morgen aufzeigte. Der Elektroantrieb sei dabei eine wesentliche Voraussetzung, um das klassische "4-Reifen-Karosserie-Auto" in ein bedarfsorientiertes innerstädtisches Fahrzeug zu überführen. Exemplarisch wurde hierfür eine Art "Zweisitzer-Segway" als Fahrzeugstudie vorgestellt. Mobilitätskonzepte für die Stadt von morgen fokussieren zunehmend den bedarfsorientierten Mobilitätsmix. Der Besitz eines eigenen Autos wird dabei nicht mehr im Vordergrund stehen. Derartige Visionen skizzierte u.a. Prof. Dominik Matt (Institutsleiter Fraunhofer Innocation Engineering Center IEC Italien).

Weitere interdisziplinäre Themen rund um Energie und Mobilität wie Fahrerassistenz, autonomes Fahren oder Fahrzeug-Stromnetz-Schnittstellen wurden von den internationalen Referenten diskutiert. Dabei wurden u.a die Statements vertreten: "Öffentliche Ladeinfrastruktur kann zur Verringerung von Reichweitenängsten beitragen, stellt aber alleine keinen Erfolgsfaktor für die Elektromobilität dar. In Zukunft wird vorwiegend zu Hause geladen.", "Schnellladen (diskutiert wurden 20KW-Systeme) bedeutet keine Belastung für heutige Traktionsbatterien und führt damit nicht zur schnelleren Alterung.", "Bereitstellung von Regelenergie über eine bidirektionale Einbinden von Elektrofahrzeugen kann ein interessantes Geschäftsmodell darstellen."

Die Teilnahme der Projektleitstelle des Schaufensters Elektromobilität Bayern-Sachsen am internationalen Kongress Klimamobility bot alktuelle Einblicke in die elektromobilie Aktivitäten in Italien, Österreich und der Schweiz. Vieles scheint dabei durchaus verglichbar zu den Kooperationsprojekten im Schaufenster. In anderen Aspekten zeigten sich jedoch diverse Unterschiede zwischen Italien und Deutschland, beispielsweise in der Parallelität von Batterien und Brennstoffzellen als komplementäre Speichersysteme. Auch scheint das grundsätzliche Vorgehen in Italien oftmals pragmatischer als in Deutschland zu sein, was zu entsprechenden Insellösungen führen kann. Auch eine klare Fokussierung auf einen einheitlichen europäischen Stecker-Standard war allgemein kein Thema. Die Sensibilisierung hierfür sollte jedoch zukünftig über die österreichischen Partner-Aktivitäten "Crossing Borders" zum Schaufenster Bayern-Sachsen steigen. Denn eine durchgehende internationale Elektrifizierung von Autobahnen, wie beispielsweise von Berlin über die A9 bis nach Bratislava, scheint ohne einen einheitlichen Steckerstandard nicht realisierbar.

Name:
Dr. Guido Weißmann
Funktion:
Projektleistelle Schaufenster Elektromobilität Bayern-Sachsen

Förderung und Koordination

Gefördert durch:

Webauftritt des Bayerischen Staatsministeriums Webauftritt des Freistaats Sachsen

Das Schaufenster Bayern-Sachsen wird koordiniert durch:

Webauftritt von bayern innovativ Webauftritt der Sächsischen Energie Agentur