05.02.2015, Leipzig

Ergebnisse des Schaufensterprojektes „Langstreckenpendler“ vorgestellt

Abschlussveranstaltung Langstreckenpendler 

Abschlussveranstaltung Langstreckenpendler

Was muss getan werden, um Elektrofahrzeuge mit hoher Zufriedenheit einzusetzen, wenn damit täglich lange Strecken zurückgelegt werden? Die Beantwortung dieser Frage war Ziel des Projektes „Kundenakzeptanz Elektromobilität bei erhöhter Reichweitenanforderung – Langstreckenpendler“ (LangstreckE). Die Abschlussveranstaltung dazu fand am 5. Februar 2015 in Leipzig statt. 

In der „Alten Schaltwarte“ trafen sich Vertreter der Projektpartner BMW Group, Technische Universität Chemnitz und Stadtwerke Leipzig sowie Testfahrer, um das Projekt abzuschließen. In Fachvorträgen wurden sowohl die Erkenntnisse des Projektes aus wissenschaftlicher Sicht als auch daraus resultierende Handlungsempfehlungen aus Fahrzeughersteller- und Energieversorgersicht vorgestellt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Gesprächsrunde mit Nutzern, in der von Erfahrungen mit dem Testfahrzeug BMW ActiveE und der Ladeinfrastruktur berichtet wurde.

Für einen Zeitraum von zwölf Wochen bekamen je 15 Pendler ein solches Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Eine der Voraussetzungen für eine Teilnahme war, dass mindestens 80 km pro Tag mit dem Fahrzeug zurückgelegt werden, im Winter mindestens 60 km. Die Nutzungszeiträume wurden fünfmal wiederholt, sodass 75 Nutzer an dem Versuch teilnahmen. Während der Nutzungsphasen, welche von Mai 2013 bis Dezember 2014 stattfanden, wurden laut den Projektpartnern insgesamt mehr als 450.000 km zurückgelegt, welche sich auf fast 23.000 Fahrten verteilten.

Von besonderem Interesse waren das Nutzerverhalten und technische Aspekte. So stellte sich u.a. die Frage, wie Privatnutzer damit zurechtkommen, wenn Sie die begrenzte Reichweite eines Elektroautos regelmäßig ausnutzen. Auch wie stark die Rekuperation der Fahrzeuge ansprechen muss, um möglichst große Effekte für Komfort und Reichweite zu erlangen, war von Bedeutung.

Als eines der zentralen Ergebnisse des Projektes wird gesehen, dass Elektroautos für Berufspendler geeignet sind. Die wissenschaftliche Auswertung der Technischen Universität Chemnitz zeigt, dass nur bei wenigen absolvierten Fahrten auf ein nicht-elektrisches anderes Fahrzeug zurückgegriffen werden musste. Bedingt war das oft dadurch, dass die verfügbare Reichweite des BMW ActiveE unter der geforderten Fahrdistanz lag. Insgesamt wurde aber die gebotene Reichweite von 160 km als ausreichend empfunden. Es zeigte sich auch, dass im Laufe des Testzeitraumes Stresssituationen, bedingt durch die begrenzte Reichweite, abnahmen. Denn mit der Zeit konnten die Nutzer Erfahrungen mit dem Fahrzeug sammeln und die tatsächliche Reichweite ihres Fahrzeuges besser einschätzen.

Gefolgert wird von den Projektpartnern, dass für den elektromobilen Massenmarkt ein flächendeckender Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur erforderlich ist. Hierbei wird einerseits AC-Laden für Heimanwender sowie Laternenparker und andererseits DC-(Schnell-)Laden für den Verkehr im überregionalen Bereich favorisiert. So gaben die Nutzer in der abschließenden Gesprächsrunde auch an, dass die derzeitige Ladeinfrastruktur und die Reichweite wesentliche Gründe sind, welche einen vollständigen Umstieg auf die Elektromobilität erschweren. Entsprechend der wissenschaftlichen Auswertung kann sich dennoch ein großer Teil der Nutzer vorstellen, ein Elektroauto zu erwerben oder plant es bereits.

„Kundenakzeptanz Elektromobilität bei erhöhter Reichweitenanforderung – Langstreckenpendler“ (LangstreckE) ist eines von rund 40 Projekten im Schaufenster Bayern-Sachsen ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET und wird mit 1.183.454 Euro vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Eine Pressemitteilung zur Abschlussveranstaltung finden Sie hier

Förderung und Koordination

Gefördert durch:

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Das Schaufenster Bayern-Sachsen wird koordiniert durch:

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