23.07.2014 - 23.07.2014, Erlangen / Nürnberg

Bewährungstest für Elektro-Autos

Mehrfachnutzung von Elektrofahrzeugen

Mehrfachnutzung von Elektrofahrzeugen

FAU-Studie erlaubt Prognosen für die Zukunft der Elektromobilität

Elektrofahrzeuge bringen uns der Energiewende ein Stück näher, doch bisher konnten sie sich auf dem deutschen Automarkt noch nicht durchsetzen. Informatiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erforschen, wie die Umstellung auf den Straßen gelingen kann – und schickten dazu, zusammen mit ihren Kooperationspartnern, eine kleine elektrifizierte Fahrzeugflotte auf die Straßen in der Metropolregion. Jetzt geht das Verbundprojekt e-NUE, Teil der Bundesinitiative „Schaufenster Elektromobilität“, in die zweite Projektphase.  

Die Fuhrparks von Unternehmen gelten als ein sehr guter Einstieg in die Elektrifizierung. Ein Jahr lang hatte die Nürnberger N-ERGIE Aktiengesellschaft daher fünf Audi A1 e-tron-Pilotfahrzeuge in ihren Fuhrpark integriert. Mitarbeiter fuhren damit zu Kundenterminen und durften die elektrisch getriebenen Fahrzeuge auch privat nutzen. In diesem Jahr haben die FAU-Wissenschaftler riesige Datenmengen gesammelt, die zum Beispiel zeigen, wann und wie lange die Fahrzeuge genutzt wurden, wie weit sie gefahren sind, wie lange sie wieder aufgeladen wurden. Daraus wollen die Wissenschaftler nun ableiten, wie sich Elektrofahrzeuge in der Praxis bewähren: Kollidierten etwa die Ladezeiten der Fahrzeuge – im Durchschnitt 2-3 Stunden, um die Batterie vollständig zu laden – mit Auswärtsterminen der Nutzer? Wie viele Ladesäulen müssen für den optimalen Betrieb zur Verfügung stehen? Wurde der Range-Extender – ein kleiner Verbrennungsmotor, der die Reichweite des Autos von 50 auf 250 Kilometer vergrößert – häufig eingeschaltet? Wie hat sich der Energiebedarf verändert und welche Kosteneinsparungen sind möglich? Welchen Einfluss hat dies auf die CO2-Bilanz?

Diese Daten fließen nun in komplexe Simulationen ein, die die Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Rechnernetze und Kommunikationssysteme erstellt haben. Diese Modelle erlauben schon jetzt recht präzise Aussagen darüber, wie effektiv sich Elektrofahrzeuge in Firmenflotten einsetzen lassen. Die Daten aus dem Probelauf bei der N-ERGIE konnten genutzt werden, um die Simulationen zu validieren. Dabei stehen zum einen Themen wie Reichweite, Energiebedarf, Emissionen und Ladeinfrastruktur im Mittelpunkt, zum anderen die Kommunikation zwischen den Autos und weiteren Infrastrukturen.

In der zweiten Projektphase, die im September beginnt, rüstet die AUDI AG weitere Betriebe im Raum Nürnberg mit insgesamt 7 A3 e-tron aus, ein im Herbst auf den Markt kommendes Plug-in-Hybridmodell, die ebenfalls privat und dienstlich genutzt werden sollen. Hier wollen die Wissenschaftler die tägliche Nutzungsdauer, Strom- und Kraftstoffverbrauch oder das Ladeverhalten erfassen.

Weitere Informationen zu dem Projekt "e-NUE" finden Sie hier.

http://blogs.fau.de/news/2014/07/23/bewaehrungstest-fuer-elektro-autos/

Name:
Rüdiger Berndt
Telefon:
09131 / 85-27928
Institution:
FRIEDRICH-ALEXANDER-UNIVERSITÄT ERLANGEN-NÜRNBERG
E-Mail:
ruediger.berndt@fau.de

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